Auf die linke Hälfte kommt es an!! Es geht nicht um Politik sondern um Führungskultur und teilt das gleiche Los wie die linke Gehirnhälfte: Sie ist eminent wichtig, wird aber oft vernachlässigt. In einer aktuellen Studie  wurde ermittelt, dass bei einer weltweiten Umfrage 62 % der Teilnehmer die Unternehmenskultur als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer digitalen Organisation sehen. Die Studie wurde von Capgemini und Brian Solis, durchgeführt; es wurden 1.700 Mitarbeiter von 340 Unternehmen aus 8 Ländern befragt.

Der große Moment für ein Unternehmen kommt, wenn es entdeckt, dass die digitale Transformation keine Frage der Technik ist, sondern ein Wandel der Kultur“,
so  Ian Rogers, Chief Digital Officer bei LVMH.

Weitere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es dem Management zu wenig gelingt, die Mitarbeiter in den Wandel der Zeiten mitzunehmen: So gestehen 85 Prozent des Top-Managements ihrem Unternehmen zu, die interne Zusammenarbeit zu fördern. Im Kontrast dazu empfinden das lediglich 41 Prozent der Mitarbeiter so. Ebenso sehen 62 Prozent der Führungskräfte ihr Unternehmen mit einer gut definierten Strategie hinsichtlich der zu erreichenden digitalen Ziele ausgestattet. Derselben Aussage stimmen allerdings nur 37 Prozent der Mitarbeiter unterhalb der Führungsriege zu.

Was ist passiert? Die neue digitale Arbeitswelt verlangt nach einem kulturellen Wandel, insbesondere was die Unternehmenskommunikation im Inneren anbelangt. Aus der MetaFokus-Perspektive ist klar, dass sich auf der linken Hälfe (Innere Haltung und Wir-Gefühl: siehe Abbildung) eine Veränderung andeutet: Die Unternehmenskommunikation, der Umgang miteinander hat eine ganz andere Qualität bekommen. Wenn Unternehmen diesen Anspruch der Mitarbeiter nicht aufgreifen, werden sie diese verlieren (durch innere oder tastsächliche Kündigung). Hat in der bisherigen Arbeitswelt Kommunikation den rein funktionalen Zweck des Informationsflusses, ist der Anspruch in der digitalen Welt ein anderer: Mitarbeiter wollen mitgestalten, einbezogen werden, beteiligt sein.

Der aktive Mitarbeiter, der motiviert mitgestalten will ist ein Geschenk und zugleich Voraussetzung für die digitale Welt: Die Dynamik und Geschwindigkeit, mit denen sich Unternehmen an neue Rahmenbedingungen anpassen müssen (Stichwort: Flexibilität und Agilität) sind so hoch, dass auf das Potential eines Mitarbeiters nicht  verzichtet werden kann. Sehen sie doch ihre Mitarbeiter als Unternehmensmitgestalter! Dann nämlich ist die Aufgabe des Managements, den Gestaltungswillen aufzunehmen und in eine effektive und effiziente Unternehmensstrategie zu übersetzen. Dieser Kulturwandel zu mehr Mitbestimmung, Mitgestaltung ist bereits da: er muss nur auf allen Unternehmensebenen gelebt werden.